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Der Speierling (Sorbus domestica)

 

Der Speierling (Sorbus domestica) kann mit Recht als der seltenste einheimische Baum bezeichnet werden. Von Natur aus kommt er vereinzelt in Eichenwald-Gesellschaften der kollinen Stufe vor. Einzelbäume sind noch im Wienerwald, im Weinviertel und im nördlichen Burgenland zu finden. Zum Glück handelt es sich um eine sehr langlebige Baumart, die nur mäßige Ansprüche an die Bodenqualität und Wasserversorgung stellt.

 

Im Freistand entwickelt sich Sorbus domestica zu einem breit ausladenen Baum mittlerer Größe, während er im Wald, unterstützt durch sachgemäße Pflege eine beachtliche Höhe mit langen, astreinen Schäften erreichen kann.

 

Botanisch gehört er zu den Ebereschen, von denen vier Arten bei uns häufiger auftreten: Vogelbeere (Sorbus aucuparia) und Speierling mit gefiederten Blättern.

 

Mehlbeere (Sorbus aria) und Elsbere (Sorbus torminalis) mit gelappten Blättern. Wegen der gefiederten Blätter sieht er der Eberesche zum Verwechseln ähnlich. Doch unterscheidet er sich durch seine birnenförmigen Früchte. Diese reifen im Oktober und sind nach einigen Wochen Lagerung genießbar. Sie sind süß und wohlschmeckend und eignen sich gut zur Herstellung von Marmeladen. In den allermeisten Fällen wird aus ihnen jedoch ein hervorragender Schnaps gebrannt.

 

Das schwere, wertvolle Holz wurde früher zur Herstellung von stark beanspruchten Werkteilen verwendet. Heute werden daraus vor allem Furniere, Möbel und Billardstöcke produziert.

 

Leider eine natürliche Verjüngung der Speierlings durch die heutigen Umweltbedingungen kaum noch möglich ist. Die Ursachen hängen eng mit den waldbaulichen Eigenschaften des Baumes zusammen. Sorbus domestica ist sehr langsamwüchsig und kann im Hochwald mit den anderen Baumarten schwer mithalten. Nur eine intensive Pflege kann verhindern, daß er überwachsen wird und früher oder später abstirbt.

 

In vielen Forstbetrieben, in denen der Speierling von Natur aus vorkommt, werden bereits Maßnahmen zur Erhaltung dieser wertvollen Baumart getroffen. Doch trotz zahlreicher Aufforstungs-Maßnahmen wird es noch einige Zeit dauern, bis man seinen Bestand wieder als gesichert bezeichnen kann.

 

 

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