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Die Herbstpflanzung

 

Betriebe die eine deutliche Senkung ihrer Waldbaukosten im Auge haben, sollten diese altbewährte Methode wieder aus der Schublade holen.

 

Mißerfolge mit der Fichte, meist aufgrund zu später Pflanztermine, haben die Herbstpflanzung in Verruf gebracht. Sie ist in den letzten Jahrzehnten bei den Praktikern fast in Vergessenheit geraten. Dabei bietet sie viele Vorteile und ein beachtliches Einsparungspotential:

 

Kulturpflege-Kosten reduzieren

 

Den wirtschaftlich größten Vorteil bringt die Herbstpflanzung durch eine weitgehende Vermeidung des Pflanzschocks im ersten Vegetationsjahr. Bei richtiger Ausführung wachsen die Pflanzen im Frühjahr voll weg und erreichen einen wichtigen Wachstumsvorsprung gegenüber der Unkrautvegetation. Das zeit- und kostenintensive Ausmähen der Kulturen wird damit erheblich reduziert. Deutlich messbar wird der Wachstumsvorsprung bei der Anlage von Christbaumkulturen. In dieser kostenintensiven Produktions-Sparte ist jedes Jahr ‚mit Gold aufzuwiegen‘, denn eine gezielte Verkürzung des Produktionszeitraumes bedeutet eine deutliche Steigerung der Rentabilität. Kürzere Umtriebszeiten sind gleichzusetzen mit geringeren Pflegekosten, einem deutlich verminderten Schad-Risiko und einen rascheren Rückfluss des eingesetzten Kapitals. Faktoren, die in der Kostenrechnung stark zu Buche schlagen und darüber entscheiden, ob die Bäume auf dem Markt konkurrenzfähig bleiben. Grundsätzlich gelten diese Regeln auch für die Forstwirtschaft. Doch wird hier die genaue (Nach)kalkulation einer Kulturbegründung und der anschließenden Pflegekosten häufig vernachlässigt.

 

 

Flächenvorbereitung

 

Eine äußerst effiziente und kostengünstige Variante der Begleitwuchs-Regulierung ist eine vorbereitende Herbizid-Behandlung im Sommer. Besonders wenn man mit einer stark verdämmenden Schlagflora wie Brombeere oder Himbeere zu kämpfen hat, bringt diese Methode eine enorme Einsparung an Zeit und Kosten. Bei Laubholz-Aufforstungen schützt sie auch vor den gefürchteten Mäuseschäden, die in stark verwilderten Flächen auftreten können. In kleineren Kulturen hat sich die vorbereitende Behandlung der Pflanzreihen mit Roundup sehr bewährt. Da dieses Mittel keine Bodenwirkung hat, können praktisch alle Holzarten einige Wochen später in die behandelten Streifen oder Plätze gepflanzt werden. Damit ist für das kommende Jahr ein ungehinderter Start der Jungpflanzen gewährleistet. Weil nur Teilflächen behandelt werden, entsteht auch keine negative Optik, wie dies bei großflächigem Einsatz von Chemie der Fall ist und oftmals Proteste von Waldbesuchern hervorruft. Füllhölzer, die später eine Funktion der Astreinigung und Schaftpflege bei den Wirtschafts-Baumarten übernehmen sollen, kommen in den unbehandelten Zwischenräumen aus natürlicher Verjüngung.

 

 

Schutz vor Wildschäden

 

Werden Laub- und Mischbaumarten gepflanzt, so ist ein Schutz gegen Wildverbiss unbedingt erforderlich. In den meisten Fällen erweist sich die Errichtung eines Zaunes als die zielführendste Maßnahme. Im Herbst muss die Zäunung sofort nach der Pflanzung erfolgen !

 

Ein Vorteil besteht darin, dass der beste Arbeitsfortschritt bei Gatterung und Pflanzung erreicht wird, wenn die Pfähle bereits vor Beginn der Kulturarbeiten stehen. Im Gegensatz zum Frühjahr hat man nun ausreichend Zeit dafür. Außerdem wachsen Herbstkulturen hinter dem Zaun schneller hoch und das Gatter kann so früher entfernt werden. Die Folge sind weitere positive Aspekte:

 

• Kürzere Standzeit = weniger Lücken = Ruhe und Frieden mit den Jägern.

• Der Zaun ist weniger eingewachsen; ist also mit geringeren Kosten wieder abzutragen.

• Die Chancen für eine nochmalige Verwendbarkeit steigen deutlich.

 

Entschließt man sich für einen chemischen Einzelschutz, so können die Pflanzen vor der Ausbringung bündelweise und damit sehr kostengünstig in Wildverbiß- und Fegeschutzmittel getaucht werden.

 

 

Hohlspaten

Der richtige Zeitpunkt

 

Entscheidend für den Erfolg einer Herbstkultur ist die Wahl des richtigen Zeitpunktes! Nadelhölzer, vor allem der Flachwurzler Fichte, aber auch Douglasie und Kiefer müssen spätestens Ende September gepflanzt sein, damit sie noch anwurzeln können. Selbst die tiefwurzelnden Tannen-Arten zeigt zu diesem Zeitpunkt die besten Anwuchsraten. Da Sproß- und Wurzelwachstum abwechselnd stattfinden, folgt bei vorhandener Feuchtigkeit und ausreichender Bodenwärme noch eine Phase intensiver Wurzelbildung. Es ist wichtig, daß sich die Pflanze noch ausreichend im Boden verankert und von eventuellen Barfrösten nicht mehr gelockert wird. Damit kann die Winterfeuchtigkeit optimal genutzt werden und die Pflanzen können im Frühjahr mit einem vollen Triebwachstum starten. Bei den Laubhölzern und der Lärche findet die Verholzung des Höhentriebes erst im Oktober statt. Ab diesem Zeitpunkt sind Transport und Verpflanzung möglich. Entgegen der landläufigen Meinung ist es nicht nötig auf den vollständigen Laubabfall zu warten. Entscheidend ist, ob Leittrieb und die Endknospen ausgereift und stabil sind. Ansonsten kommt es zu Schäden beim Transport und den Verpflanzungsarbeiten. Die Folge sind Zwieselbildung und Verbuschung.

 

Empfehlenswert ist der Einsatz eines Hohlspatens, wo der ausgestochene Erdpfropfen wieder eingesetzt wird.

 

 

Optimales Pflanzenverfahren

Optimale Pflanzverfahren

 

Da die Laubholz-Pflanzen Ende Oktober nicht mehr anwurzeln, ist es wichtig ein Pflanzverfahren zu verwenden, das ein Hochfrieren bei Barfrösten verhindert.

 

Wenig Probleme entstehen bei starken Heistern, da hier ohnehin tiefe Pflanzlöcher hergestellt werden müssen. Auch ein festes Antreten ist notwendig, um die gewünschte Stabilität zu erreichen.

 

 

 

Optimales Pflanzenverfahren

Gewarnt wird vor einer schlampig durchgeführten Lochpflanzung. Diese findet man meist bei kleineren Laubholz-Sortimenten. Durch das Graben des Pflanzlochs wird die gewachsene Bodenstruktur zerstört und das Erdmaterial durchgehend gelockert. Dadurch wird ein Hochfrieren der Pflanzen erleichtert.

 

Für Rotbuche und Eiche ist auch die Spaltpflanzung nach dem Buchenbühler und Rhodener-Verfahren sehr gut geeignet.

 

Für die Lärche empfiehlt sich eine richtig durchgeführte Winkelpflanzung, bei der sich der geöffnete Boden- Lappen

wieder vollständig in den Pflanzspalt einfügt und damit keine Angriffsmöglichkeit für den Frost bietet.

 

 

Bessere Pflanzen, bessere Preise

 

Im Frühjahr herrscht in den Baumschulen große Hektik. Müssen doch die wichtigsten Produktionsschritte in wenigen Wochen bewältigt werden. Rodung und Verkauf, Aussaat und Verschulung sind bis spätestens Mitte Mai abzuschließen. In größeren Betrieben werden dafür meist ungelernte Hilfskräfte eingesetzt. Häufig geht das zu Lasten der Qualität. Dazu kommt oft eine ungünstige Witterung. Teils gefrorene, meist zu nasse Böden führen beim Aushub zu einem hohen Verlust an Feinwurzel-Masse. Diese Negativ-Punkte fallen im Herbst vollkommen weg. Die Böden sind optimal; der Rüttelpflug lässt sich tief genug einstellen und so bleiben alle Wurzeln an der Pflanze. Nun gibt es auch genügend Zeit für eine sorgfältige Sortierung. Wer besondere Herkünfte oder Höhenstufen sucht, hat zu diesem Zeitpunkt noch die größte Auswahl. Häufig sind die besten Provenienzen Mangelware und im Frühjahr auch sehr bald ausverkauft. In kleineren Betrieben wird sich der Chef selbst um den Auftrag kümmern und sich bemühen, Ihre Wünsche zu erfüllen. Termine für Aushub und Bereitstellung lassen sich nun ganz genau abstimmen. Vermutlich gelingt es sogar eine Zustellung auszuhandeln. So kommen Ihre Pflanzen wirklich wurzelfrisch, direkt vom Baumschulquartier in den Wald. Selbst bei den großen Baumschulen können Sie zu diesem Zeitpunkt sicher sein, dass Sie kein Pflanzenmaterial bekommen, welches seit Monaten im Kühlhaus liegt. Die neuen Forstpflanzen-Preise werden im Jänner festgelegt. Damit erhalten Sie für die Herbstkultur noch den ‚alten‘ Preis. Ebenfalls eine kleine Einsparung, die aber mit Sicherheit von den anderen Vorteilen weit übertroffen wird.

 

 

Mehr Produktivität und Wertleistung

 

In vielen Betrieben wird die Produktionskraft der Waldflächen noch nicht voll genutzt. Gerade die Herbstkultur bietet die Möglichkeit kleinflächige Arbeiten, wie längst fällige Nachbesserungen oder die Ergänzung vorhandener Naturverjüngung gewissenhaft und ohne Zeitdruck durchzuführen. Eine gezielte Einbringung wertvoller Mischbaumarten und die optimale Nutzung von Kleinstandorten wird die Wertleistung Ihrer Waldflächen äußerst positiv beeinflussen und nachfolgenden Generationen ein sicheres Einkommen aus der Waldwirtschaft ermöglichen.